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Ungarische Zahntourismus

Ungarische Zahntourismus

Zahnersatz zum Schnäppchenpreis?

Der Medizintourismus boomt: Kliniken und Zahnärzte in Ungarn, Polen oder Tschechien werben mit Preisen, die bis zu siebzig Prozent niedriger sind als in Deutschland. Wie realistisch sind solche Zahlen? Wie ist die Qualität der Behandlung? Im zibb-Service erklären wir Vor- und Nachteile.

Zahnbehandlung im Ausland

Zahnersatz ist teuer. Wer Implantate, Kronen, Brücken oder Inlays braucht, muss dafür bis zu einige tausend Euro aufbringen. Aber: 30 bis 70 Prozent sparen kann man, wenn man seine Zähne im Ausland behandeln lässt. Der Grund: In EU-Ländern wie Polen, Tschechien oder Ungarn sind Lohn- und Laborkosten wesentlich geringer als bei uns. Die Behandlung dagegen entspricht heimischen Standards. Die Krankenkassen unterstützen den so genannten Zahntourismus. zibb erklärt, wann sich die Reise ins Ausland lohnt, wie Sie eine gute Zahnklinik finden und was Sie bei der Behandlung unbedingt beachten sollten.

Lohnend für jeden

Im Prinzip lohnt sich die Zahnbehandlung im Ausland für jeden. Gerade auch für Berliner und Brandenburger, die es nicht so weit nach Polen, Tschechien oder Ungarn haben. Die ausländischen Zahnkliniken bieten oft die gleichen Methoden an, die auch ein deutscher Zahnarzt durchführt. Nur sind meist die Personalkosten viel geringer. Daher lohnen sich gerade die kostspieligen Behandlungen wie Zahnimplantate, Zahnersatz jeder Art sowie ästhetische Korrekturen und Neuaufbau, aufwändige Kieferrekonstruktionen und auch Keramik-Inlays, -Veneers sowie -Kronen. Dabei kann man zwischen 30 und 70 Prozent sparen, das Sparpotential ist also erheblich. Für kleinere Eingriffe wie eine Füllung, eine Parodontose-Behandlung oder eine Zahnreinigung dagegen lohnt sich das nicht, da man ja meist noch Reise- und Unterbringungskosten hat, die der Patient selbst bezahlen muss.

Krankenkassen zahlen auch Auslandsbehandlungen

Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten auch bei Zahnbehandlungen im Ausland Leistungen bis zu dem Betrag zu erstatten, den sie auch im Inland bezahlen müssten. Das gilt aber nur bei Behandlungen in anderen EU-Ländern. Die Kosten von privatärztlichen oder medizinisch nicht anerkannten Leistungen können die Kassen verweigern. Wichtig dabei ist, dass die Patienten die Behandlung zunächst selbst bezahlen müssen. Nach der Behandlung können sie die Rechnung bei der Krankenkasse einreichen.
Vorbereitung wichtig: Kostenplan einholen

Vor der eigentlichen Behandlung im Ausland muss Ihr deutscher Zahnarzt einen so genannten Heil- und Kostenplan erstellen. Darin führt er auf, was alles gemacht werden muss und was dies in Deutschland kostet. Auf dieser Grundlage kann man sich dann von einem ausländischen Zahnarzt ebenfalls einen Heil- und Kostenplan erstellen lassen. Sie schicken ihm per Post, Fax oder E-Mail den Kostenvoranschlag des deutschen Arztes und bekommen dann als Antwort eine detaillierte Aufstellung, was die gleiche Behandlung im Ausland kosten würde. Diese sollte natürlich in Deutsch oder Englisch verfasst sein. Dafür müssen Sie auch nicht dorthin fahren, das geht erstmal alles nur schriftlich. Der Kostenplan muss den deutschen Richtlinien entsprechen. Achten Sie darauf, dass der behandelnde Arzt im Ausland Ihnen auch einen detaillierten Kostenvoranschlag über Leistungen aushändigt, die über den reinen Zahnersatz hinausgehen. Das können zum Beispiel notwendige Vorbehandlungen sein, wie das Entfernen von Karies. Den ausländischen Kostenplan legen Sie dann Ihrer Krankenkasse vor der Behandlung vor. Wenn die Kasse den Kostenplan genehmigt, können Sie mit der Behandlung im Ausland beginnen.

Privatpatienten müssen ihre Versicherung fragen

Das Genehmigungsverfahren bei Privatpatienten ist ähnlich. Allerdings regelt der jeweilige Versicherungsvertrag, in welchem Umfang Behandlungen im EU-Ausland möglich sind. Das Gleiche gilt für eine Erstattung der Kosten. Hier sollte man bei seiner Krankenkasse nachfragen.

Die Suche nach dem Zahnarzt

Bei der Suche nach einem zuverlässigen Zahnarzt kann man sich an die Krankenkassen wenden. Manche bieten eine Liste mit geprüften Zahnkliniken oder Zahnärzten im Ausland, mit denen die Kasse Verträge geschlossen hat. Oder man sucht im Internet. Jedes Land hat nationale Kontaktstellen für ausländische “Krankentouristen”. Einige Kliniken oder Regionen werben auch mit deutschen Internetseiten um deutsche Zahntouristen.
Risiken einer Auslandsbehandlung

Natürlich kann es bei Operationen zu Komplikationen kommen, so dass auch Nachbesserungen möglich sind. Dann muss der Patient – auf eigene Kosten – zum ausländischen Arzt fahren. Für Patienten in Grenznähe ist dies kein Problem. Bei allen anderen fallen dadurch zusätzliche Kosten für Übernachtung und Reise an. Einige Zahnärzte in den östlichen EU-Ländern haben zum Teil Vertragspartner, die Nachbesserungen in Deutschland vornehmen. Allerdings ist es so, dass das Verbraucherschutzrecht in allen EU-Ländern im Wesentlichen identisch mit dem deutschen ist. Die zweijährige Gewährleistung gilt also auch für Laboratorien in Polen oder Ungarn.

Zur Sicherheit sollten Sie mit dem Zahnarzt im Ausland vor der Behandlung möglichst Garantie- und Ersatzansprüche nach deutschem Recht vereinbaren. Sie sollten sich gut über die behandelnde Klinik informieren und auch mögliche Sprachprobleme klären. Außerdem sollten Sie auf Zertifikate und Qualitätsstandards der Klinik achten.

Beitrag von Michael Großmann / www.rbb-online.de